“Fundraiser”-Magazin berichtet mit maiak über “Funding Journalism”
Das Fundraiser-Magazin berichtet in seiner Ausgabe 4/2010 am Beispiel von maiak über “Funding Journalism – Journalismus finanziert durch Mäzene und Spenden”.
(Foto: Jürg Vollmer / maiak.info)
“Fundraiser”-Magazin berichtet über maiak
“Funding Journalism – Journalismus finanziert durch Mäzene und Spenden” titelte das “Fundraiser”-Magazin in seiner Ausgabe 4/2010 einen Beitrag über maiak. “Fundraiser” ist das Branchenmagazin für Fundraising, Stiftungen und Sponsoring.
Die “Fundraiser”-Leser sind rund 4′000 Entscheider und Mitarbeiter in Stiftungen, gemeinnützigen Organisationen, Vereinen, Schulen und Hochschulen, die sich mit den Themen Spendenmarketing und Sponsoring befassen. Nachfolgend der “Fundraiser”-Beitrag über maiak.
Funding Journalism – Journalismus finanziert durch Mäzene und Spenden
Das Pressebüro maiak geht einen neuen Weg zur Finanzierung von Journalismus: Mäzene und Leser spenden für aufwändig recherchierte Hintergrundberichte über Russland, Belarus und die Ukraine. Die Modelle dazu nennen sich Funding Journalism und Social Payment.
„Wann haben Sie zuletzt einen Hintergrundbericht über Belarus gelesen?“, fragte mich ein Schweizer Unternehmer im Dezember 2008 mitten in einer russischen Weihnachtsfeier. Der Unternehmer insistierte: „Wieso lesen wir ausser Kurzmeldungen kaum etwas über unsere Nachbarländer Russland, Belarus und die Ukraine?“
Ich kam als Journalist in argen Erklärungsnotstand. Stattdessen erzählte ich ihm vom spendenfinanzierten Pressebüro ProPublica in den USA, das seit 2008 aufwändige Exklusivberichte recherchiert und kostenlos an die finanziell und inhaltlich “verarmten” Printmedien weiter gibt. Das Konzept nennt sich Funding Journalism.
Ein Haupt-Mäzen als erste Säule
Drei Tage später rief mich dieser Schweizer Unternehmer an und erklärte, dass er ein spendenfinanziertes Pressebüro für die Hintergrundberichterstattung über Russland, Belarus und Ukraine finanzieren werde. Mit 150‘000 Euro Startkapital und den Mitteln für die ersten drei Jahre gründeten wir maiak (russ. für Leuchtturm).
Der Mäzen hatte das Konzept des Funding Journalism sofort verstanden: Er förderte und forderte vom ersten Tag an die journalistische Unabhängigkeit von maiak. Er verlangte keine Gegenleistung und will sich damit nicht in der Öffentlichkeit profilieren. Stattdessen regte er an, das spendenfinanzierte Pressebüro auf drei Säulen aufzubauen, um die Unabhängigkeit zu sichern.
Verschiedene kleinere Mäzene als zweite Säule
Deshalb schrieb der Trägerverein von maiak 100 Schweizer Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in Russland und den GUS-Ländern an. Diese spenden Projektbeiträge von 1’000 bis 25’000 Euro zu den Bedingungen des Funding Journalism: Die Mäzene erhalten keine Gegenleistung.
Social Payment als dritte Säule
Neben dem Funding Journalism testet maiak das so genannte Social Payment. Dabei spenden Internet-Leser monatlich einen frei wählbaren Betrag, den sie auf ein Konto von Diensten wie Flattr oder Kachingle einbezahlen.
Diese beiden Buttons am Schluss eines Beitrages (Flattr) oder auf der rechten oberen Seite der Website (Kachingle) sind für maiak Geld wert! Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können sie ihn mit einem Klick “honorieren”. Jeweils am Monatsende wird die im Voraus bezahlte Spende gemäss den Klicks verteilt.
Einflussnahme der Mäzene?
An den Vorstandssitzungen des Trägervereins wollen die maiak-Mäzene dokumentiert werden, ansonsten lassen sie die Redaktion in Ruhe arbeiten. Nur nach dem ersten Hintergrundbericht über Belarus kam eine knappe E-Mail vom Haupt-Mäzen: “Gut!”
Dabei weiss er noch gar nicht, dass ich demnächst mehrere Wochen durch Belarus reise. Geplant sind Reportagen über eine russisch-orthodoxe Kirche im Eisenbahn-Waggon und eine Kolchose auf dem Weg in die Zukunft sowie Porträts von Künstlern, Ärzten und Traktoristen im täglichen Überlebenskampf. Ohne das mit Funding Journalism und Social Payment finanzierte Pressebüro maiak würde man nie davon lesen.
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