Erste Gedenktafel für die russischen Soldaten der Suworow-Armee 1799

Die erste Gedenktafel für die 10′000 Soldaten, welche bei der Suworow-Alpenüberquerung im September/Oktober 1799 ihr Leben verloren, wurde in Panix/GR eingeweiht. Der russische Generalissimus Alexander Suworow musste nach einem siegreichen Italien-Feldzug mit seiner Armee quer über die Alpen vor den Franzosen flüchten. In der Schweiz stehen rund ein Dutzend Suworow-Denkmale – und seit heute die erste Gedenktafel für seine Soldaten.

Suworow-Gedenktafel auf der Alp Ranasca über Panix, Sergej Marguta

Der Stellvertreter des russischen Botschafters in der Schweiz, Sergej Maguta, enthüllte in Panix die Gedenktafel für General Suworow und dessen 10′000 Soldaten, welche bei der Alpenüberquerung im September/Oktober 1799 ihr Leben verloren. Foto: Jürg Vollmer / maiak.info

Im Oktober 1799 musste die zuvor siegreiche Italien-Armee des russischen Generalissimus Alexander Suworow quer über die Alpen vor den Franzosen flüchten: Von Altdorf über den Kinzigpass ins Muotatal, anschliessend über den Pragelpass ins Glarnerland und an den Walensee. Weil auch dort schon die ausgeruhte französische Armee auf sie wartete, zogen sich die erschöpften Russen zurück in das enge Glarnerland und suchten einen Ausweg über Elm und den bereits verschneiten Panixerpass ins Bündnerland.

Am 6. Oktober 1799 erreichten noch 15′000 der ursprünglich 25′000 Soldaten der Suworow-Armee das 70-Seelen-Dörflein Panix. Die verzweifelten russischen Soldaten plünderten das Dorf, um nicht zu verhungern. Sie zündeten alle Ställe und Häuser an, um sich zu erwärmen, und schlachteten auch noch das letzte Stück Vieh im Dorf. Einen Tag und eine Nacht später zog die Suworow-Armee weiter nach Chur, von wo aus sie über die St.Luzisteig nach Österreich gelangte. Zurück blieb nur eine Rechnung der Panixer, die von den verbrannten Gebäuden über die 182 Stück Vieh bis zum geraubten Käselaib jedes Detail auflistete.

Es ist ein Phänomen, dass Suworow bis heute in Panix als grosse Persönlichkeit verehrt wird – obwohl er die Rechnung der Panixer nie bezahlte. Gleich vier Gedenktafeln erinnern in dem kleinen Dorf am Fusse des Panixerpasses an Suworow. Seit heute auch die erste Gedenktafel für die 10′000 Soldaten, welche bei der Suworow-Alpenüberquerung im September/Oktober 1799 ihr Leben verloren.

Die Gedenktafel wurde von der Bürgergemeinde Domat/Ems (als Besitzerin der Alp) nach einer Zeichnung des einheimischen Künstlers Matias Spescha geschaffen und hängt sinnigerweise an der Mauer des Käsekellers auf der Alp Ranasca über Panix. Enthüllt wurde die Gedenktafel heute vom Stellvertreter des russischen Botschafters in der Schweiz, Sergej Maguta im Beisein von rund 200 einheimischen Gästen.

(Mehr Fotos von der Enthüllung der Gedenktafel finden Sie im maiak-Fotoarchiv)

Verwandte Artikel:

  1. Kunsthaus Zürich zeigt monumentales Suworow-Porträt von Wassili Surikow
  2. Suworow-Gemälde von Wassili Surikow verlässt die Schweiz
  3. Die Suworow-Freilichtspiele 2010 in Andermatt
  4. Suworow – vom Kadetten zum Generalissimus von Russland
  5. Der Suworow-Feldzug über die Alpenpässe im historischen Kontext

Ein Kommentar
  1. Sehr interessanter Artikel und gute Fotos. Es ist an der Zeit, positiv über die russische Armee unter Suworow zu berichten, die 1799 versuchte, die von Frankreich besetzte Schweiz zu befreien, was allerdings nicht gelang,weil der Koalitionspartner Österreich die russische Armee im entscheidenden Moment im Stiche liess.

Jetzt sind Sie an der Reihe! Ergänzen Sie diesen Beitrag mit Ihrem Wissen oder Ihrem Kommentar