“New York Times Magazine” publiziert erstmals Titelstory von ProPublica

Das legendäre “New York Times Magazine” publiziert erstmals eine Titelgeschichte, deren Recherchen in der Höhe von über 400′000 Dollar von der US-Stiftung ProPublica finanziert wurde. ProPublica finanziert mit so genanntem Funding Journalism aufwändige Hintergrundbeiträge über Politik und Wirtschaft, die sich die Medien nicht mehr leisten können oder wollen – und ist damit das “grosse Vorbild” von maiak – The Newsroom of Eastern Europe.

New York Times Magazine, ProPublica-Original (Screenshot) New York Times Magazine, ProPublica-Coverstory (Screenshot)

Die Titelgeschichte des “New York Times Magazine” (rechts) und die Original-Story, deren Recherchen von der Stiftung ProPublica durch Funding Journalism finanziert wurde. (Screenshot/Foto: Jürg Vollmer / maiak.info)

Die Recherchen über eine Klinik im Zentrum des Hurrikans Katrina haben rund 400′000 Dollar gekostet, erklärte der Herausgeber des “New York Times Magazine”, Gerald Marzorati. Eine Summe, welche sich nicht einmal das legendäre Magazin der einflussreichsten US-Tageszeitung leisten konnte oder wollte.

Der Hurrikan Katrina gilt als eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Im August 2005 kamen in den betroffenen Bundesstaaten gehörten Florida, Louisiana (New Orleans), Mississippi, Alabama und Georgia etwa 1800 Menschen ums Leben. Der Sachschaden belief sich auf etwa 81 Milliarden US-Dollar. Danach recherchierten die Journalisten von ProPublica mehr als ein Jahr für die 13′000-Wort-Story über eine Klinik, in die der Hurrikan im wahrsten Sinne des Wortes den Tod brachte.

ProPublica begründete den Funding Journalism

Die Stiftung ProPublica wurde im Oktober 2007 vom kalifornischen Immobilien-Milliardär Herbert Sandler und seiner Frau und Journalistin Marion Sandler gegründet. Mit einem Jahresbudget von 10 Mio. Dollar können 24 Journalisten aufwändige Hintergrundbeiträge über Politik und Wirtschaft recherchieren, die sich die US-Medien nicht mehr leisten können oder wollen.

Diese Stories stellt ProPublica jeweils einer Redaktion exklusiv und kostenlos zur Verfügung, in diesem Falle dem legendäre “New York Times Magazine”, danach werden sie nach dem Open-Source-Prinzip allen anderen Medien angeboten. Das von ProPublica begründete Prinzip nennt sich Funding Journalism (spendenfinanzierter Journalismus).

In Europa übernahm maiak – The Newsroom of Eastern Europe am 1. Mai 2009 als Pionier die Idee des spendenfinanzierten Journalismus. Die Reportagen, Analysen, Porträts etc. werden von maiak ebenfalls nach dem Open-Source-Prinzip kostenlos den Medien angeboten. Das Budget von maiak ist kleiner als jenes des US-Vorbildes, die Ziele aber dieselben: Die Finanzierung von Recherchen von Hintergrundbeiträgen, mit denen die Qualität der (Osteuropa-)Berichterstattung in den Medien markant verbessert werden soll.

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