Tag der slawischen Schrift und Kultur 2010 in der Schweiz

Der Tag der slawischen Schrift und Kultur wurde in der Schweiz zum vierten Mal gefeiert. Rund 300 Besucher aus Russland, Belarus, der Ukraine und anderen slawischen Ländern trafen sich am Pfingstsonntag in Basel. Am Feiertag zu Ehren der Begründer des slawischen Alphabets, Kyrill und Method, gab es Musik, Tanz und Theater zu hören und zu sehen – sowie ein russisches Buffet zu geniessen. Die Gesellschaft Schweiz-Russland GSR machte in einer einmaligen Aktion Foto-Porträts der Besucher.
Vater Ioann Lapidus, Russisch-orthodoxe Auferstehungskirche Zürich

Vater Ioann Lapidus von der Russisch-orthodoxen Auferstehungskirche, porträtiert am Tag der slawischen Schrift und Kultur 2010 in der Schweiz.

(Foto: Barbara Hess / maiak.info)

Der Tag der slawischen Schrift und Kultur

Der Tag der Slawischen Schrift und Kultur wird jeweils am 24. Mai gefeiert (respektive dem nächstgelegenen Sonntag). Die Gelehrten und Brüder Kyrill und Method aus dem griechischen Thessaloniki sollen die so genannte glagolithische Schrift nach 40 Monaten Arbeit am 24. Mai 863 fertiggestellt haben.

Die glagolithische Schrift orientiert sich am griechische System, also an Buchstaben mit Laut- und numerischer Funktion, ist jedoch von anderen Schriften formal unabhängig. Als Vorbild für die einzelnen Zeichen dienten neben griechischen Minuskeln auch kaukasische und semitische Schriftsysteme sowie christliche Symbole wie das Kreuz, der Kreis und das Dreieck. Damit übersetzten die Missionare Kyrill und Method die ersten Kirchenbücher ins Slawische.

In der Mitte des 10. Jahrhunderts entstand daraus am Hofe der bulgarischen Zaren das kyrillische Alphabet, das heute weltweit 250 Millionen Menschen geschrieben wird. Seit dem Beitritt Bulgariens in die Europäische Union ist die kyrillische Schrift neben der lateinischen und der griechischen eine der drei offiziell verwendeten Schriften der EU.

In Russland wird der Tag der Slawischen Schrift und Kultur im ganzen Land begangen, wobei jedes Jahr eine “Hauptstadt” des Festes gewählt wird. In der Schweiz wird er seit 2007 als gemeinsamer Feiertag aller slawischen Nationalitäten gefeiert. Auch hier wird für den Tag der Slawischen Schrift und Kultur jährlich eine anderer Veranstaltungsort gewählt. Nach Bern, Zürich und Aarau trafen sich am 23. Mai 2010 rund 300 Besucher in Basel zu Musik, Tanz und Theater – sowie einem reichhaltigen russischen Buffet

Glagolithische Schrift von Kyrill von Saloniki, Vorläufer der Kyrillischen Schrift

Glagolithische Schrift von Kyrill, Vorläufer der Kyrillischen Schrift.

(Foto: Historisches Dokument / maiak.info)

Gesellschaft Schweiz-Russland machte Foto-Porträts der Besucher

Eine besondere Attraktion war das mobile Fotostudio der Gesellschaft Schweiz-Russland GSR. Die Dachorganisation der schweizerisch-russischen Organisationen (inklusive GUS-Länder) hatte die professionelle Fotografin Barbara Hess engagiert, welche die Besucher kostenlos porträtierte.

Zu den ersten “Foto-Models” gehörten Vater Ioann Lapidus von der Russisch-orthodoxen Auferstehungskirche, Botschafter Igor Bratchikov und Kulturattachée Daria Zubareva von der Botschaft der Russischen Föderation in der Schweiz und der Erste Botschaftssekretär Igor Sekreta von der Botschaft der Republik Belarus.

Alle Porträt-Fotos sind im neuen Fotoalbum der Gesellschaft Schweiz-Russland zu sehen. Die “Foto-Models” können ihre Porträts von dort kostenlos downloaden und zum Beispiel Papierbilder vergrössern lassen.

Botschafter Igor Bratchikov, Russland

Botschafter Igor Bratchikov von der Botschaft der Russischen Föderation in der Schweiz, porträtiert am Tag der slawischen Schrift und Kultur 2010 in der Schweiz.

(Foto: Barbara Hess / maiak.info)

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