Journalist Ulrich Heyden und Präsident Dmitri Medwedew zu Russland
Kurzmeldungen aus und über Osteuropa: Heute über Ulrich Heyden und sein Buch über die “Opposition gegen das System Putin”, über den Sammelband “What does Russia think?” von Kreml-nahen Fachleuten und über 16′000 E-Mails für die nächste Jahresbotschaft von Präsident Dmitri Medwedew. Die maiak-Kurzmeldungen können Sie mit Twitter auch “live” und kostenlos abonnieren.
Ulrich Heyden, Moskau-Korrespondent, in einem herbstlichen Birkenwald.
Foto: Jürg Vollmer / maiak.info
- Ulrich Heyden, seit 1992 Moskau-Korrespondent, las in der Roten Fabrik Zürich aus seinem neuen Buch über die “Opposition gegen das System Putin: Herrschaft und Widerstand im modernen Russland”, das er gemeinsam mit Ute Weinmann verfasst hat. Kein einziger der 142 Mio. Menschen in Russland wünsche das “liberale Experiment” der 1990er-Jahre zurück. Auch deshalb sei die liberale Opposition chancenlos, das Protestpotenzial einzelner Gewerkschafter und das Aufbegehren ganz normaler Leute gegen überrissene Bauprojekte sei viel stärker. Russland sei heute “eine einmalige Experimentier-Werkstatt”, erklärte Heyden, “in keinem Land der Welt ist so viel möglich – und gleichzeitig unmöglich”.
“Opposition gegen das System Putin”
Ulrich Heyden & Ute Weinmann
Rotpunktverlag, Zürich, 326 Seiten, 24 Euro
ISBN 978-3-8586-9389-1 - Unter dem Titel “What does Russia think?” (PDF) beschreiben Kreml-nahe Fachleute die russischen Vorstellungen über Russland in der Welt. Ein Grundeindruck bleibt DW-Journalist Ingo Mannteufel nach der Lektüre: “Die russischen Experten scheinen mehr zu wissen, was sie nicht wollen, als das, was sie wollen. Und sie streben danach, dass Russland in der Welt mitbestimmt und als Vetomacht bzw. Gegengewicht eine amerikanische Hegemonie verhindert, aber wofür Russland in der Welt mit Ausnahme der egoistischen „russischen Interessen“ steht, bleibt vage.” Hier noch der Link zu einer Rezension von “What does Russia think?” durch Radio Free Europe.
- Für die Jahresbotschaft des Präsidenten bat Dmitri Medwedew am 10. September 2009 in einem mittlerweile legendären offenen Brief mit dem Titel “Vorwärts Russland” um Ideen – und erhielt von seinen Bürgern über 16′000 Vorschläge! Sie äusserten ihre Vorstellungen von der weiteren Entwicklung des Landes und von der Lösung der aktuellen Probleme. Jetzt hat das Präsidentenbüro angekündet, wann Medwedew seine Jahresbotschaft an die Föderative Versammlung halten wird: Am 12. November 2009. Und alle warten gespannt!
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